Diagnosekriterien nach DSM IV, ICD 10

 

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(Quelle) dbS Fortbildung LRS

Um diesen Buchstabensalat flüssig lesen und den Inhalt verstehen zu können, hat der Mensch in seinem Leseerwerbsprozess bereits die visuell-phonologische Route verlassen und ist hauptsächlich auf der visuellen Route unterwegs. Aber was bedeuten diese beiden Routen für unsere Lesefertigkeit?
 

Mit der visuell-phonologischen Route beginnt unser Leseerwerb in der Regel. Wir lernen Buchstabe für Buchstabe in Laute umzuwandeln, diese flüssig aneinander zu reihen und zum Schluss das Gesagte mit unserem Wortschatz zu vergleichen. Erst jetzt können wir die Bedeutung des geschriebenen Wortes finden und verstehen, was wir gelesen haben. Leider lesen wir auf dieser Route sehr langsam und manchmal haben wir am Ende eines Satzes den Anfang schon wieder vergessen. So macht Lesen auf Dauer keinen Spaß und es ist fast unmöglich die interessanten, aufregenden und spannenden Geschichten zu lesen und zu verstehen.
 

Doch wenn wir täglich lesen, können wir bald das Wort als Ganzes erkennen und müssen uns nicht mehr Buchstabe für Buchstabe durch das Wort arbeiten. Nun sind wir auf der visuellen Route unterwegs. Die Lesegeschwindigkeit erhöht sich deutlich und unsere Fähigkeit längere Texte zu verstehen, bildet sich aus. Das liegt daran, dass wir immer weniger das Lesen an sich üben müssen und uns dadurch viel besser auf den Inhalt des Textes konzentrieren können. Wenn wir viel lesen, fällt es uns auch immer leichter, bereits vorauszusehen, welche Worte wohl als nächstes kommen können und welche Worte unpassend sind.
 


Jetzt lesen wir so gut, dass Harry Potter und natürlich all den anderen wunderbaren Büchern nichts mehr im Wege steht.  
 

Um gute LeserInnen zu werden, benötigen wir beide Routen, auch wenn die visuelle deutlich schneller ist und uns es erst ermöglicht ganze Bücher zu lesen und zu verstehen. Aber ganz sicher wird es uns immer wieder passieren, dass wir neue unbekannte Worte lesen, und dafür brauchen wir dann wieder die gute alte visuell-phonologische Route.
 

Hier können sie sich die beiden Routen noch mal in einer Abbildung anschauen :

Dual-route cascaded Model oder das Zwei Wege Modell

 
Die meisten Kinder durchlaufen diese beiden Routen ohne größere Schwierigkeiten und werden zu guten Lesern. Anders verhält es sich bei 2-4% der Grundschüler. Sie zeigen Störungen auf der einen und/oder anderen Route und erhalten die Diagnose LRS.

 
Wie schlecht die Lesefähigkeiten deutscher Schüler ist, zeigt die Pisastudie. Laut dieser lesen in Deutschland 13% der Schüler  auf der ersten Kompetenzstufe und 10% erreichen noch nicht mal diese.

Warum können SchülerInnen nicht gut oder gar nicht lesen?

 
Für eine gute Leseleistung sind eine Reihe von Fähigkeiten nötig. Da sich Kinder zunächst auf der visuell-phonologischen Route befinden, soll nachfolgend erklärt werden, welche Stolpersteine es auf dieser Route gibt.

 
Es beginnt mit der sicheren und schnellen Buchstaben-Laut-Zuordnung. In der ersten Klasse erwerben die SchülerInnen das Alphabet und lernen welchen Laut sie machen müssen, wenn sie den Buchstaben A oder M lesen. Sie lernen auch, dass nicht jeder Buchstabe immer zur gleichen Lautproduktion führt. Das S in dem Wort Sonne wird anders ausgesprochen, als das S in dem Wort Maus oder in dem Wort Schaf. Genauso verhält es sich mit den Buchstaben ch, die in Milch anders klingen als in dem Wort Dach. Auch das E am Wortanfang von Esel wird anders ausgesprochen, als das E in der Wortmitte. Hier entsteht oft das erste Problem. Die Schülerinnen können sich die Buchstaben-Laut-Zuordnung, sowie ihre Abweichungen nicht einprägen bzw. brauchen zu viel Zeit um den richtigen Laut zu finden.

 
Nachdem die SchülerInnen nun einige Buchstaben-Laut-Zuordnung erworben haben, müssen sie die geforderten Laute zusammenlauten. Hier besteht für viele Kinder die nächste Schwierigkeit. Sie schaffen es nicht oder nicht schnell genug, die geforderten Laute aneinander „zukleben“ und das Wort richtig zu betonen bzw. zu durchgliedern. Doch ohne richtige Betonung und Durchgliederung eines Wortes, können wir oftmals seine Bedeutung nicht oder nicht schnell genug erkennen. Es macht einen großen bedeutungsvollen Unterschied, ob wir das i in dem Wort im kurz oder lang aussprechen. Denn bei längerer Aussprache des i wird aus dem im ein ihm. Genauso verändert sich der Sinn, wenn wir das o bei Ofen kurz aussprechen, denn dann wird es das Wort offen.

 
Alle Teilleistungen der visuell-phonologischen Route sind wichtig und notwendig, damit der Übergang zur visuellen Route gut gelingt.

 
Auf der visuellen Route unterwegs, können wir unseren Sichtwortschatz aufbauen. Das gelingt um so besser, je größer unser sprachlicher Wortschatz ist, je schneller wir ihn abrufen können und natürlich in dem man liest und liest und liest....

Warum schreiben Kinder nicht richtig?

 
Wenn Kinder in die erste Klasse kommen, haben sie in der Regel schon sehr viel Kontakt mit der Schrift gemacht. Sie erkennen das M von McDonalds, wissen, dass über dem Supermarkt Edeka steht und können ihren Namen, Mama oder Papa schreiben. Doch mit Rechtschreiben hat das noch nichts zu tun, denn sie befinden sich zunächst im logographischen Stadium. Die nachfolgende Abbildung zeigt den Weg, den Kinder gehen um das Ziel: Richtige Rechtschreibung zu erreichen.

Ziel: Richtige Rechtschreibung

(Quelle) May, P (2002): HSP 1-9

In den Lese-Rechtschreibtrainings, die in unserer Praxis durchgeführt werden, ermitteln wir zunächst den Lese- und Rechtschreibstand ihres Kindes. Aus den Ergebnissen der Diagnostik können wir dann ableiten, welche Teilleistungen des Lesens bzw. des Schreibens fehlen und aufgearbeitet werden müssen.
Unter idealen Umständen erfolgt die Therapie regelmäßig einmal wöchentlich und wird von  einem Erwachsenen begleitet. Die Elternarbeit stellt deshalb eine wichtige Komponente unseres Trainings dar, da die Inhalte des Lese-Rechtschreibtrainings so zu Hause vertieft und später selbständig durchgeführt werden können.  

Was tun, wenn der Verdacht einer Lese-Rechtschreibstörung besteht?

Die wichtigsten Ansprechpartner sind zunächst die LeherInnen ihres Kindes. Sie können durch individuelle Lehrpläne und zusätzlichen Förderunterricht an den Schwächen ihres Kindes arbeiten. Äußern die LehrerInnen ebenfalls den Verdacht einer Lese-Rechtschreibstörung und empfehlen ein außerschulisches Förderprogramm, hilft ein differenzierter Lese- und Rechtschreibtest den Entwicklungsstand ihres Kindes zu bestimmen, zugrunde liegende Ursachen zu erkennen und einen Förderplan zu entwickeln.

Die Kosten für das Training sind in der Regel selbst zu tragen. In besonderen Fällen kann der/die Arzt /Ärztin ein spezifisches auditives Wahrnehmungstraining verordnen, wenn Störungen in diesem Bereich als Ursache wahrscheinlich sind. Im Falle einer drohenden seelischen Behinderung durch die Lese-Rechtschreibstörung, haben Kinder Anspruch auf Wiedereingliederungshilfe gemäß §35a, damit die gesellschaftliche Integration nicht gefährdet wird. Die Kosten trägt dann das Jugendamt.